Konferenz der letzen Chance?

Nun, dass sich das Klima verändert, ist allenthalben zu spüren. In unseren mitteleuropäischen Breitengraden erleben wir regelmäßig Temperaturrekorde, die fast an Jahreszeitverschiebungen grenzen.

Eine Weltklimakonferenz. Da sind also gegenseitige – Interesse an einem Ort versammelt:
– die industrialisierte Welt, die hohe Menge Treibhausgase ausstoßt, aber die wirtschaftliche Möglichkeiten hat, die Tendenz umzudrehen.
– die Schwellenländer, die Wirtschaftswachstum zu ihrer Priorität gemacht haben. Dies gilt vor allem für China und Indien.
Diese zwei Länder bilden mit den USA den Kreis der am meisten umweltverschmützenden Staaten in Europa. Die USA, genauer seine Südstaaten, erleben am eigenen Leibe jedes Jahr die Folgen der Klimakatastrophe. Es ist aber anscheinend schwierig, diese Kulturnation zu überzeugen, dass Umweltschutz wichtiger sei als Kommerz. Ein Ölmagnat in Texas will weiterhin Gewinne erzielen, die Energiewirtschaft muss noch überzeugt werden, dass ihre Chancen durch eine umweltbewusste Wirtschaft nicht geschmälert sind.

Eigentlich befürchte ich persönlich die Wiederkehr des berühmten Nord-Süd-Kuhhandels: Wenn man von der Dritten Welt mehr Anstrengung verlangen will, werden sie sich hinstellen und die Hand offen halten: Kein Geld, also machen wir wie bisher. Andererseits wäre es natürlich wünschenswert, wenn z.B. die Weltbank Umweltkriterien eben so berücksichtigen wie sie bisher rein ökonmische Kriterien berücksichtigt hat.

Noch ein Punkt, der mich interessiert hat: Bishseer war der Umweltwert einer Ware unerheblich. Ein Produkt aus Fernost verkauft sich billig, der vom Transport her bedingte CO2-Ausstoß kam in keine Bilanz unter. Sollte sich das aber ändern, sehe ich Chancen für die Herstellungswirtschaft in den industrialisierten Welt und eine Chance für die Entwicklungsländer, eigenständiger mit ihren Schätzen umzugehen.

Beispiel Bodenschätze: Afrika ist steinreich! Wortwörtlich: Rkeich an Bodenschätze. Diese sind aber in westlichen Händen. Das ist für der Westen aber nur deswegen sinnvoll, weil die gewinnungsbedingten Umweltschäden nicht bilanziert werden. Sollten sie nun tatsächlich angerechnet werden, dann könnten die Länder, auf deren Böden gewonnen wird, ihre Lizenzen wieder zurückziehen und selber die Verkaufs- und Finanzkette verwalten. Die Tendenz zeichnet sich z.B. in Südamerika.

Ich erhoffe mir also mehr Gleichgewicht der Kräfte in der Welt und bin gespannt, ob die Ergebnisse dieser Konferenz – die für mich etwas diffus anfängt – diesen Erwartungen entsprechen werden.