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Europäisches Überleben

Europäisches Überleben - Deutsch

Siehe auch mein wallonisches Tagebuch in französischer Sprache http://iloapp.vaessen-online.eu/blog/blog-wa?Home#niceURL

Politpädagogik

Europa Posted on 2018-07-10 15:17:43

Bis anfangs dieses Jahrhunderts war das Denken frei. Der Bürger war mündig und bildete seine Meinung selber, ihm wurde Sachinformation geliefert, Kritik und Gegenargumente waren akzeptiert, ja sogar gefördert.

Heute? Nun, es gibt einen Plan, der sich zum einen aus der Erstarkung des Kapitals und der Wirtschaft einerseits und aus den Weltherrschaftsansprüchen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit zum andern ergibt. Um ihn zu verwirklichen, wurde weiträumig vorgegangen. Seit Bundeskotzlerin Murksel uns statt Fachargumente verkündet hat, der Deutsche habe Herz zu zeigen, wird schön pädagogisch vorgegangen. Wer zu früh sagt, was Sache ist, wird nicht belohnt, sondern er ist ein Nazi. Seit 2015 verkünden die Grünen, es gäbe keine Nation, kein Vaterland, kein Volk, sondern nur Menschen, die SPD mittels einer türkischen Staatssekretärin organisierte schon die Einwanderungsgesellschaft und die CDU “orgasimiert” (V. Braun) die Umvolkung. Darf nicht gesagt werden, sondern ist fakt (klingt komisch, aber so sieht’s heute halt aus!). Besorgt sein – unerwünscht, sich wehren wollen – “eine-Arm-Länge”-Empfehlungen, lies: sich in der Hilflosigkeit üben und das Maul halten. Die Europarats-Kommissarin Dunja Mijatovič legt eins drauf, indem sie behauptet, Migrantenflut sei wichtiger als die Sicherheit der einzelnen Europarats-Mitgliedsländer. Die Dame stammt ja aus Bosnien-Herzegowina, vielleicht hat sie an chaotischen Zuständen Gefallen gefunden, wer weiß? smiley
Wenn Alice Weidel am Rednerpult im Bundestag behauptet hätte, dass die EU gerade dies vorhabe, wäre ihr Anton Hofreiter an die Gurgel gesprungen… Klar, das wäre ja verfrüht. Irgendwie komisch, aber seit drei Jahren beobachte ich, wie sich das, was offensichtlich ist, sich entwickelt, und wie verbrecherischer es zugleich wird, das, was durchaus logisch und absehbar ist, auch nur zu nennen.

Entschuldige, aber: Für wie verblödet haltet Ihr uns, da oben?



Ein Besuch bei seiner alten Schule

Europa Posted on 2013-03-26 14:16:06

Ich habe die Europaschule in Mol von ihrer Gründung 1961 bis 1972 besucht. Diesem Schulennetzwerk wird Elitismus nachgesagt, und auch, die Einschulung dort wäre sehr teuer. Damals war man ja noch nicht so weit, und normalerweise hätte ich sie als Belgier in Belgien nicht besuchen dürfen, derweile gilt wahrscheinlich das belgische Sprachenrecht dort voll und ganz, d.h. wer als Belgier in Flandern wohnt, ist Flame und spricht muttersprachlich Flämisch – was nicht stimmt, aber die flämisch-nationale Variante des Völkerrecht ist sogar internationalen Gremien wie UNO und Europarat suspekt…

Äußerlich, mal von Farbenstrichen und dem Zusatz einer Schwimmhalle abgesehen, ist alles beim alten geblieben – die Wege dorthin sind so geblieben, was sie waren, also streckenweise im argen Zustand, das Gelände dafür nach wie vor riesig im Vergleich zur Anzahl betreuter Schüler. Die Gänge waren identisch geblieben, die Klassenräume dafür teilweise winzig klein. Wird wohl das Ergebnis der EU-Erweiterung sein: Jeder Schüler hat das Recht auf Einschulung in seiner Muttersprache! Ich traf da eine nette schwedische Lehrerin, die sage und schreibe fünf Landsleute als Schüler hatte, und keiner sonst, der daran interessiert wäre, die Sprache zu erlernen.

Auffällig war mir auch die Reife selbst sehr junger Schüler: Die Bräuche sind gesittet, das Lehrpersonal respektiert, der Ton ruhig und sachlich. Das kam mir wiederum sehr bekannt vor. Auch die Sprachwendigkeit der Schüler, auch wenn dort derweile Englisch und Niederländisch Umgangssprachen geworden sind – die eine Sprache, weil international, die andere ortsgemäß.

Was ich für mich behielt, nicht mehr als vermittelbar halte: Ich wurde von den damaligen Mitschülern unwiederbringlich schlecht behandelt, alleine gelassen und gemobbt, ein Schicksal, dem damalige Lehrer sehr wohl entgegenzuwirken bemüht waren, aber der Schade blieb – bis heute. Am liebsten wäre ich dort “geblieben”, fühlte aber, ich müsste es “meiden”, diesen Ort wieder in den Zustand der Austauschbarkeit ansehen.

Ich war an diesem Tag der Offenen Tür gewissermaßen auch der älteste Schüler – älter sogar als das Lehrpersonal, eigentlich! -, Erwachsene dort waren eher Eltern von Schülern und zukünftigen Schülern, letztere wohl auf Informationstour zwecks Einschulung des Nachwuchses…

Es schneite regelmäßig und der kalte Wind wehte übrigens. Der Himmel war so grau, dass ich noch nicht mal Aufnahmen von außen nahm – nur einige von innen…



Wer ist der Nächste?

Europa Posted on 2013-03-22 14:21:27

Seit drei Jahren nun hat es in Europa keinen Aufschwung mehr gegeben, der vierjährige Wirtschaftszyklus ist längst unterbrochen worden und die Welt lebt und zittert unter dem Diktat der Börsenquotierung durch Privatfirmen, die weder Staat noch Menschen dient, sondern nur den Interessen ihrer Aktionäre. Deren Urteile beruhen auf die marktökonomische Gesetze. Nach und nach werden Staaten heruntergestuft, ich glaube gar, diese Moodies und Standard and Poors würden sich selber ohne jede Gefühlsregung herunterstufen und auf diese Weise “abwickeln”, um ein böses Wort aus der deutschen Zeitgeschichte zu verwenden.
Südeuropa war schon von jeher eine Schwachstelle: Kaum einer erinnert sich noch an die Zeiten, wo ein Land wie Italien seinen Wirtschaftserfolg mittels Geldentwertung zu sicher vermochte, Frankreich hatte so seinen Wirtschaftskameralismus (das ist noch die Zeit, als man nicht mehr als 15000 Francs ins Ausland schaffen durfte). Die Wirtschaftsunion verlangte eine Währungsunion, und nun wird diese als Kernpriorität gepriesen, weil die Wiedereinführung von Landeswährungen unweigerlich zu einer Spekulation gegen diese führen würde.
Griechenland kam spät zur EU, hat die Hilfefonds ge- und missbraucht, teilweise mit krimineller Energie. Wie sich später herausstellte, war ihr Staats- und Wirtschaftshaushalt auf Aufnahme in die Euro-Zone hin frisiert und verfälscht: Es hätte gar nicht hingedurft! Währungsunion bringt natürlich Verflechtung mit sich. Der Privatsektor hat massiv das getan, was man den Staaten bei der Preisgabe ihrer obrigkeitslichen Befugnisse fortan verboten hat: Verlust durch Gewinne ausbalanciert.
Nun haben wir die Folgen: Erst Griechenland, dann fast zeitgleich Spanien und Italien, Irland steht auf ein anderes Blatt. Zwei Weltmächte schauen zu und warten auf ihre Möglichkeiten: China und Russland.
Jeder vierte Investor in Spanien ist ein Chinese. Und im Pirrhäus-Hafen herrschen sie wie sie auch in Afrika herrschen. Zypern bildet dagegen einen russischen Vorposten. Der ist zwar friedlicher als Tartous in Syrien, aber dahinter stehen Kräftevereingungen, die so nur von der alten Sowietunion stammen konnten: Eine Allianz zwischen Staat, Wirtschaft und Militär.
Das Ende werde ich wohl kaum noch erleben, ich ahne aber: Südeuropa geteilt zwischen Russland und einem islamischen Konglomerat von ehemals christlich geprägten Staaten, deren Bevölkerung nassiv zur Kapitulation und Völkerersetzung abgerichtet hat, und Griechenland möglicherweise als chinesische Provinz, mit Han-Chinesen bevölkert und kulturell umgestaltet.
Die dritte Macht bilden dann Qatar und die Vereinigten Arabischen Emiraten: Der Aachener Dom ist längst zu einer Moschee geworden, die ach wie gepriesene kulturelle Vielfalt zeigt ihr wahres Gesicht: die Rückkehr zur islamischen Archaik!



Die Große Frage zur Jahreswende

Europa Posted on 2011-12-28 11:21:54

Die Deutschen hegen eine gewisse Nostalgie nach der guten alten Deutschen Mark. Eben: die Starke D-Mark von Theo Waigel. So stark, dass ich mir mit Mühe vorstellen kann, dass der gute Mann tatsächlich sein Brot in Euro zahlt.

Klar doch: Zahlte man doch für einen Liter Benzin Mitte der 80er Jahre schlappe 98 Pfennig – das waren Zeiten. In Aachen habe ich mich jahrelang für 250 DM einmieten können. Ohne näher darüber informiert zu sein, ich kann mir vorstellen, dass diese Wohnung – günstig in der Ottostraße gelegen, nach hinten schauend und daher auch ruhig – derweilen für ihre sehr geschäftstüchtige persische Vermieterin 500 Euro wert ist…

Das Ende vom Euro. Der Neiwährung wurde von Anfang an eine übermäßige, breitangelegte Preissteigerung angelastet, für die die Einführung des Euros wenig Schuld war. Aber es gab gleich böse Signale, so gleich im Juli 2002, als die Auf- und Abrundung der Preise nunmehr erlaubt wurde und daraufhin die Händler die Preise radikal aufrundeten. In Italien trieb man es natürlich noch bunter: Bei den vielen Nullen hinter den Lira-Preisen fiel es schon nicht mehr auf, dass bei den kleinen Beträgen die Preise stiekum gleich verdoppelt wurden. Und bei den Belgiern – díe bei Umfragen sich natürlich mit der Neuwährung soweit einverstanden erklärten, so sehr sie daran eben gewohnt sind, “nutzvolle” Antworten zu geben und sich “positiv” zu zeigen, wie gehabt! – gab es radikalen Widerstand: Bis heute ist die Berechnung in Franken übrig, auch für Kleinbeträge, erkennbar daran, dass sie Zahlen ohne Währung angeben. Dieser Staat ist ja eine Monarchie, und wo Monarchie gibt, gibt es auch kriechenden Feudalismus, daher tut es auch nicht wunder, wenn das Untertanenvolk murrt, wenn die Königsbilder aus den Banknoten verschwinden (wie letztens von den 10.000-Franken-Scheinen, die es ja plötzlich nicht gab).

Bei den Vorverhandlungen hat man anscheinend die Karre vor die Pferde gespannt: Eine einheitliche Währung setzt ein einheitliches Wirtschaftsgebiet voraus, nicht andersherum. Europa wünschte sich wohl von Anbeginn, ein solches zu sein bzw. zu werden, ist es aber noch lange nicht – und sicherlich nicht nach seine letzte Akquisition der alten Ostblockländer, die huckepack aufgenommen wurden, obwohl die Bevölkerung dort ein schlechtes Bild vom dirigistischen, unionistischen Europa (“Eine Union haben wir ja gerade gehabt!”, meinten die etliche geborene Sowjetbürger mit Blick auf einen “echten Kapitalismus”, den amerikanischen nämlich…). Auch die Südländer hatten immer für Kummer gesorgt: Italien musste ihre Bevölkerung – anfangs gegen Kohle – exportiert, die dann später überall in Europas Kohlenrevieren hängenblieb. Sie exportierte gleich ihre Mafia mit… Als Spanien und Portugal – zusammen – aufgenommen wurden, standen sie wirtschaftlich auf tönernen Füßen. Es waren Billigländer, Portugal hatte ihre Arbeitskräfte exportiert (Luxemburg sagt dank!).

Ein Arbeiter verdient in Frankreich knapp 1200 Euro, einer in Litauen gerade 400 Euro und in Rumänien kommt er auf 110 Euro, und Rumänien importiert zeitweise Chinesen mehr-weniger in politischer Käfighaltung – mit Billigung des volksverbundenen Exportlandes -, um den Herstellungsprozess noch rentabler zu halten.

Das Euro-Land ist ein Zusammenschluss von Ländern, die ursprünglich gewisse Standards halten wollten. Diese Konvergenzkriterien (Maastricht und die Folgen) wurden nahezu nie eingehalten, derweil immer weiter privatwirtschaftliche Methodoligien auf die öffentlichen Haushalte angewandt wurden. Die Kriterien von Basel und die nunmehr relevanten Benotung von Ländern wie anderen “Unternehmen” durch privatwirtschaftliche Marktbenotungsfirmen belegen diese Verprivatisierung der öffentlichen Finanzen. Von der ganzen Welt tönt nunmehr der Ruf: “Werdet endlich mal ein einheitliches Gebiet, Junges, anders wird’s halt nix!” – mal salopp gesagt. Übrigens: Gleiches ertönt Richtung Belgien, dessen strukturelle Instituionensumpf einfach wirtschaftsfeindlich ist (sieben Regierungen für 11 Millionen Einwohner, gleich daneben zählt Nordrhein-Westfalen bei größerer Bevölkerung auch nur schlappe eine!). Es ist überhaupt anzunehmen, dass zu kleine Gebietseinheiten dem Aufbau Europas ein Dorn im Auge ist, es sei denn, diese Einheit ist zur Selbsterhaltung fähig – siehe Luxemburg.

Wie soll das aussehen?

– Ländern seilen sich einzeln vom Euro ab. Der Haken: Da dies nicht vorgesehen wurde, müssen sie zugleich der EU den Rücken kehren.

– Alle Ländern geben den Euro auf und planen ihre Rückkehr zu Nationalwährungen vor.



Der Kranke Mann von Brüssel

Europa Posted on 2011-10-30 18:10:16

Als 1946 Winston Churchill seine Idee von Vereinigten Staaten von Europa lancierte, war es noch eine Idee. Eine große Bruderkette der Nationen, hätte er wohl freimaurerisch gesagt, es war eine Vision. Sie begann als Regulierungsorgan der notwendigsten Handelsrohstoffe Eisen und Stahl, als Montanunion, und mündete zunächst in einen klassischen multilateralen Vertrag 1955 in Rom. Mehr war von der Generation nicht zu erwarten, die in Begriffe wie Erbsünde (der Deutschen) und Revanche hineingeboren war. Der General De Gaulle, der seine urpersönliche Rechnung mit Großbritannien begleichen wollte, hielt diese Großmacht außer europäischer Reichweite, man blieb bei der Europe des Nations, dies völlig im Einklang mit einer Bevölkerung, die dies- und jenseits der Maginot-Linie gesessen hatte.

Das waren noch Zeiten!

Europa wuchs auf zwei Böden: als Ententezustand zwischen Staaten und als entstehende Großnation. Daraus wuchs ein äußerst kompliziertes Gebilde:

– Ja, es gibt das von allen Europäern direkt gewähltes Europäische Parlament. Aber vertue man sich nicht: Neben der Einteilung der MdEP’s nach politischer Richtung gibt es noch die nach Herkunftsländern,

– Ja, es gibt eine “Regierung”, genannt Kommission, derweil sogar einen “Staatsoberhaupt” und eine für ihren Immobilismus so langsam berüchtigt gewordene “Außer-Superministerin”, aber für den Bürger sitzt sie sehr weit weg,

– Nein, Europa ist kein Land, und heute wüsste Henry Kissinger zwar, wen er anzurufen hätte, um Europas Meinungen zu spezifischen Fragen zu bekommen, aber es ist anzunehmen, dass Obama Paris und Berlin anwählt, nicht unbedingt Brüssel, außer für die Ausführungsmodalitäten und die praktischen Fragen.

– Europa ist kein Bundeskontinent, denn die Einzelparlamente in den EU-Ländern beschließen immer noch über Finanzen, Steuer, Außenpolitik und über alles souverän, was subsidiarisch ist, d.h. alles, wofür eine Lösung auf Regionalebene gefunden werden kann.

– Europa zeigt noch die Narben seiner Erweiterung: die Grenzen zwischen den Gründer- und den Südländern, die Grenzen zwischen West- und Osteuropa, die Grenzen zwischen dem angelsächsischen Verständnis und dem Rest Europas und schließlich die feine Grenze zwischen Skandinavien, in den skandinavischen Sprachen wird es mit “i Norden” umschrieben, und Kern-Westeuropa. Ihr Beharren an der Landeswährung ist Zeichen ihrer distanzierten Haltung zur europäischen Plattwalzung… Sej nej, mens du kan! Die Dänen artikulierten es scharf…

– Osteuropa hatte andere Bedenken: Nicht nur, dass viele eigentlich der Meinung waren, nach 60 Jahren “Union” etwas Freiheit und Nationalstolz gut täte, sondern etliche Länder hatten ach zwei Herzen in ihren Brüsten, denn sicher schuldfrei aus der Geschichte waren diejenigen ausgegangen, die logischerweise nicht dabei gewesen waren, die aber Geld hatten und nun an Einfluss gewannen: Die Onkels aus Amerika! In zwei baltischen Staaten haben sie sogar den Staatsoberhaupt gestellt, und ich erinnere, dass Litauen gerade eine gewisse Diplomatin an die Spitze der NATO-Vertretung schickte, weil sie auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Für Balten ist Europa vor allem die Sicherheit, auch der NATO anzugehören, die Schmerzen der Jahre 1990 sitzen tief, die nordostpreußische Enklave wird als Bedrohung empfunden.

Und dann auch noch die Aussichtslosigkeit von Gebieten wie Ostlettland, aber auch die völlige Unterbezahlung (Durchschnitteinkommen um die 300 – 400 Euro) treiben zur Flucht, und in den Köpfen der Menschen wiegt das durchbürokratisierte Europa nicht schwer: Die weiten Flächen in “Usa” und Australien riechen viel mehr nach Freiheit und Neubeginn. You dare it, you can it, you get it – don’t worry, be happy!

Wem es noch schlechter geht, wirklich nichts zu verlieren hat, der füllt klapperige Kleintransporter gen Westen und landet möglicherweise irgendwo zwischen dem Bois de Boulogne und der Reeperbahn… Denen brauchen Sie nicht mehr mit Moral, Gerechtigkeit und staatliche Ordnung zu kommen. Die öffnen dann allenfalls ihre Schnäbel, strecken die Gliedmaßen nach hinten und sagen bloß noch “Fütter mich mal!”. Eben, erst das Fressen, dann die Moral. Wenn eine für ihre Zugsucht bekannte Bevölkerungsgruppe dies nun auf Massenbasis tut, weil in ihrem Aufenthaltsland die Armen sich auf die noch Ärmeren abreagieren, dann wird es, ob es die Gutmenschen in Frankreich oder anderswo schnallen oder nicht, zu einem Problem der öffentlichen Ordnung: Kinder, die stehlen, weil in ihrem Verständnis mit der Zeit Diebstahl als bloß informellen Besitzwechsel empfunden wird, will ich gerne an die Hand nehmen und zu besseren Gedanken – lies: zu einer vernünftigen Erziehung – heranführen (und eigentlich müsste es gelingen!), aber die Bevölkerung stellt für sesshafte Einheimische und bodenständige Wähler halt ein Problem dar, das man à la Rote Kirche durch Aktionismus, Psycho- und Soziogisierung, gut gemeinte Appelle und frohe Hoffnungsbekundungen nicht wegtuschen darf.

Normalerweise ist ein Volk gastfreundlich. Es bleibt es auch, wenn die Werte stimmen (die vielen Bootpeople-Vietnamesen hierzulande beweisen, dass es geht!).

Bei den suzzesiven Beitritten kamen jeweils deutliche Warnung hinsichtlich der wirtschaftlichen Beständigkeit der Beitrittskandidaten. Eigentlich fing es gleich mit Italien an, dann war vor allem Portugal und in minderem Maße Spanien dran, und bei Griechenland wurde Europa so richtig vorgeführt!

Gerade in der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Harmonierung innerhalb der Euroländer – und wohl als Vorübung – musste schenell eine Einheitswährung her.

– Die Bevölkerungen haben diese innerlich nicht akzeptiert und, wo die Umrechnung nicht auf der Hand liegt (etwa Deutschland oder die Niederlanden: 1:2 bzw. 1:2,2), blieb die Bevölkerung dabei, sich in der alten Währung dumm und dämlich umzurechnen, “um sich ein wahres Bild des Betrags” zu machen. Zwei Hauptgründe dafür: Bis dato wurde die nationale Währung als Garant für nationale Identität gesehen, dass Fürstenköpfe oder sonstige Nationalsymbole nun wegbleiben, zugunsten für den Bürger nichssagender Symbole, will der Mensch nicht schlucken, zumal er das für ihn unwidersprechliche Gefühühl hat, bei der Währungsumstellung hat die Wirtschaft die Gelegenheit wahrgenommen, um die Preise kräftig hochzutreiben. Und überhaupt, der Bürger “kotzt” den Euro: Er hat ihn nicht gewollt, es hat ihm nichts gebracht, die Kosten sind ihm stiekum doch aufgebürdet worden, und seitdem der Euro da ist, meint “Brüssel”, den Banken aus “der Not” zu helfen, ohne Rücksicht darauf, ob auch der Bürger nicht in Not ist – und die steigende Nachfrage nach den Diensten von Ernährungsbanken spricht über die Verlotterung der sozialen Lage eine deutliche Sprache…

Die Ökonomie kennt im Allgemeinen einen Vierjahreszyklus. Den gibt es seit ca. 16 Jahren nicht mehr, weil irgendetwas den fälligen Aufschwung verhindert. Nach den Subprimes kommen die Rezessionen beiderseits des Großen Teichs unter stätigem Wachsen der BRICS-Länder, deren Bilanz wiederum wirklich bedenklich ist.

– China. Offiziell ein Entwicklungsland, dem Frankreich derzeit noch über 270.000 Euro ohne Gegenleistung zuschustert. Vor etwa einem Jahr kamen die chinesischen Macher nach Paris und wurden vom Hausherrn des Elyséepalast liebedienerisch bei ihrem Wirtschaftshopping chauffiert!

Heute, wo langsam klar ist, dass der Euro auf tönernen Füßen steht, wo die EU-Randländer am liebsten aus der Eurozone scheren sollten, es aber “so” nicht mehr können, weil die gegenseitigen Abhängigkeiten es nicht mehr erlauben, winken dieselben Pekinger Herrschaften mit, sagen wir’s diplomatisch, wahrlich morgenländischem Demokratieverständnis, Machthaber über ein über 1 Milliarden Menschen zählendes Entwicklungsland, mit breitem Lächeln und 2,2 Billionen Euro Cash-Reserven im Rücksack… die zum Teil aus

– Handelsbilanzüberschüssen mit europäischen Ländern (nun, das lässt sich ja noch buchhalterisch ausgleichen) und, weniger stabilitätsversprechend

– amerikanische Schuldschreibungen bestehn. Nun ja, Schuldschreibungen sind halt, was sie sind: Wenn der Ausschreiber nicht mehr zahlungsfähig ist, sehen die schönen Papiere wie Nonvaleurs aus, und wenn man weiß, dass der amerikanische Kongress der US-Regierung fast jeden weiteren Kredit verweigert hätte, würde ich mit einem solchen Schuldschreiber etwas argwöhnischer umgehen…

Das tun sie wahrscheinlich auch! China hat anscheinend eine Gesamtstrategie im Kopf: In Zentralafrika tritt China verstärkt auf. Überall das gleiche Szenario: Einige Kaderköpfe aus China organisieren eine lokale Raubwirtschaft, stellen die einheimische Bevölkerung gerade so ein, wie es notwendig ist, ansonsten führen sie Chinesen ein, die schön diskret und abgeschirmt unter sich bleiben. Im Piräus jammern die Hafenarbeiter gerade darüber, das es dort ja “bloß noch für die Chinesen gibt”, für die einzig und alleine Profit gilt.

In China selbst sieht die Lage kaum besser aus: Ganze Industriereviere locken eine Bevölkerung an, die mangels Registrieungserlaubnis sich in diesem Gebiet halt illegal aufhalten, schwer kontrollierbaren sozialen Verhältnissen ausgesetzt werden (dass internationale Warenfirmen es schwer haben, für die Einhaltung ihrer Maßstäbe bei der Herstellung ihrer Waren in China zu sorgen!), das Ganze in einem großen Reich, wo die Partei nur mehr als strukturierte Korruptionseinrichtingung funktioniert und der Einzelmensch wie ein Rad am Getriebe angesehen wird (eben gute Tradition aus der mittelalterlichen “hydraulischen Gesellschaft”, wo ganze Arbeiterheere für die Regulierung der Flußbetten eingesetzt wurde, also kein Platz für individuelles Denken übrig blieb).

Dieses Modell lässt sich ja exportieren! Die Euro-Krise fällt genau zusammen mit einer abgrundtiefen Wertekrise: An unsere Türen klopft seit nunmehr dreißig Jahren eine Religion mit gesellschaftlicher Zielrichtung, in der Zweifel nicht geduldet, Individualität nicht akzeptiert und Autorität schier feudalistisch religiös verbrämt aufoktroyiert wird. Die Anhänger dieser sektiererischen Weltanschauung vermehren sich zurzeit, die Phase der Machtergreifung ist also noch nicht gekommen.

Es wäre daher Zeit, die nächste Zukunft darauf hin zu beobachten, ob die zwei Ideologien fatalerweise komplementär arbeiten können. Im islamisierten Zentralafrika verbuchen die Chinesen nämlich bereits viel Erfolg…