Meine Herzensfreundin ermutigt mich, etwas Unzeitgemäßes zu schreiben. Daraufhin habe ich in meinen Archiven gewühlt und stieß freilich auf die Konvolute meiner Gedichte und des Fragment gebliebenen Romans Würg oder das Ende der Provinz. Die Gedichte wurden 1979 archiviert, der Roman reicht bis 1986, d.h. genau, als ich beim Innenressort eingestellt wurde. Von da an pendelte ich noch zwischen Brüssel und Aachen, und in meiner knappen Zeit saß ich dann mit Andrea Barth. An den Gedichten ist nichts mehr zu ändern, auch nicht stellenweise abzuändern. Sie sind Geschichte, ich habe ihr die Digitalfassung mal zugeschickte, wahrscheinlich fällt sie um, wenn sie schon mal den Umfang sieht. Die Papierfassung des Romans ist jedoch in einem solchen Zustand, dass es mit dem Scannen hapert. Ich kann unmöglich das ganze Konvolut mit der Hand scannen, also schon über Einschubdeckel. Aber selbst da wird’s happig. Ich glaube, ich versuch’s mal im Amt, bleibt dafür dann etwas länger dort und warte, bis die Großmaschine frei ist.

Fantastische Literatur – nein, das wird nicht gehen!

Ich habe allweil zeitnah wie hautnah geschrieben, das Ganze sieht nach Erlebtem aus, da habe ich meine Uni-Zeit, meine DDR-Erfahrungen wie auch sogar die ganze C&A-Atmosphäre eingearbeitet. In Brüssel war das Umfeld so rückschrittlich für mich, dass ich zumindest künstlerisch nichts damit anfangen konnte, schon mal abgesehen davon, dass ich wirklich mit anderen Dingen beschäftigt war. Ich fasse so langsam den Umfang des erlittenen Traumas damals.